Autismus

In junger Mensch sitzt hinter einem Monitor.

Autismus beeinflusst die Wahrnehmung, Denkweise und Emotionen einer Person.

Die Weltgesundheitsorganisation fasst die verschiedenen Autismus-Spektrum-Diagnosen unter dem Begriff ‘neurodevelopmental disorders’ zusammen. Der Begriff “Störung” wird jedoch zunehmend durch den Begriff der Neurodivergenz ersetzt. Dieser Ansatz erkennt an, dass Autismus ein Merkmal ist, das mit ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht und sexueller Orientierung vergleichbar ist.

Ob eine autistische Person ihren Zustand als “Störung” empfindet oder nicht, hängt von der jeweiligen Person ab. Einige Selbsthilfe- und Autismus-Bewegungen sehen Autist*innen nicht als behindert an – sie sehen die Umwelt als den begrenzenden Faktor. Für andere kann Autismus selbst sehr herausfordernd sein. In jedem Fall ist es wichtig, anzuerkennen, dass alle autistischen Menschen Anspruch auf angemessene Anpassungen haben.

Eine Autismus-Spektrum-Diagnose umfasst die folgenden Kriterien:

  • (Qualitative) Unterschiede in der sozialen Interaktion
  • (Qualitative) Unterschiede in der Kommunikation
  • Begrenzte, sich wiederholende oder stereotype Verhaltensweisen, Interessen oder Aktivitäten.

Das Autismus-Spektrum

Da Autismus jeden Menschen anders betrifft, sprechen wir von einem Autismus-Spektrum. Genau wie jeder andere Mensch haben auch Autist*innen einzigartige Persönlichkeiten. Das Spektrum ist dreidimensional und die Vielfalt innerhalb des Autismus-Spektrums ist unendlich groß. Das erklärt, warum auticon einen personenzentrierten Ansatz verfolgt: Wir wollen Arbeitsplätze schaffen, die für die Menschen als Individuen funktionieren, anstatt eine Einheitsformel anzuwenden.
Und wir wollen damit nicht nur so viele Autist*innen wie möglich an den ersten Arbeitsmarkt bringen, sondern auch so viele Unternehmen wie möglich davon überzeugen, dass jeder Tag in einem neurodiversen Team eine Bereicherung ist.

Das Autismus-Spektrum umfasst verschiedene Diagnosen und Beschreibungen, die früher oft verwendet wurden, heute aber nicht mehr zutreffend sind. Zu diesen älteren Begriffen zählen Label wie das Asperger-Syndrom, hochfunktionaler Autismus, atypischer Autismus oder Kanner-Autismus. Es ist wichtig zu erkennen, dass Diagnosen nicht immer eindeutig sind und hauptsächlich als Bewertungsrahmen für therapeutische und medizinische Massnahmen dienen.

Viele Autist*innen verfügen über überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten, die sie in die Lage versetzen, soziale oder kommunikative Schwierigkeiten zu kompensieren oder zu tarnen. Infolgedessen kann Autismus als eine unsichtbare Herausforderung bezeichnet werden. Autist:innen ohne intellektuelle Einschränkung werden oft frühestens in der Pubertät diagnostiziert, wenn soziale und kommunikative Schwierigkeiten deutlicher werden. Viele unserer Mitarbeitenden haben ihre Diagnose sogar noch später erhalten.

Einige kognitive Stärken sind in der Autismus-Gemeinschaft stärker ausgeprägt:

  • starke logische und analytische Fähigkeiten
  • anhaltende Konzentration und Ausdauer, auch bei sich wiederholenden Aufgaben
  • Gewissenhaftigkeit, Loyalität und Aufrichtigkeit
  • ein außergewöhnliches Auge für Details und mögliche Fehler
  • gründliche Soll-Ist-Vergleiche und ein ausgeprägtes Qualitätsbewusstsei
  • ein starkes Interesse an Sachfragen und umfassendes Fachwissen

Typische Arbeitsplätze können jedoch oft Barrieren für Autisten darstellen, was zu übermäßig hohen Arbeitslosenquoten führt. Einige dieser Herausforderungen am Arbeitsplatz sind:

  • die sensorische Umgebung
  • vage oder zweideutige Kommunikation
  • Smalltalk und “Kontaktaufnahme” mit Kollegen und/oder dem gesamten Team

auticon beschäftigt qualifizierte Jobcoaches, um Arbeitsumgebungen zu schaffen, die sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch für unsere Kunden gut funktionieren.

Unser Blick auf das autistische Spektrum - und warum es uns am Herzen liegt

Für uns ist Autismus etwas Besonderes und etwas Positives; wir erleben selbst täglich, wie wertvoll die Zusammenarbeit in neurodiversen Teams aus Autist*innen (neurodivergenten Menschen) und Nicht-Autist*innen (sogenannten neurotypischen Menschen) ist. Das transportieren wir in die Teams unserer Kunden, damit auch sie diese Bereicherung erleben dürfen. auticon unterstützt mit seinen Services gezielt die Fähigkeiten von Autist*innen, die IT-Projekte im Bereich Softwaredesign, Datenanalyse, Quality Assurance, Testing oder Prozesse und Compliance erfolgreich machen. Das Feedback unserer Auftraggeber zur Zusammenarbeit mit unseren autistischen IT-Spezialist*innen bestätigt uns und ist durchweg positiv: Sie schätzen die auticon Spezialist*innen fachlich aufgrund ihres oft sehr immens großen Fachwissens und ihrer kognitiven Fähigkeiten, und sie schätzen sie schnell auch als Menschen und Persönlichkeiten. Ihre direkte und ehrliche Kommunikation, die Sachbezogenheit und ihre Forderung nach klaren Strukturen und Plänen helfen jedem Projektteam in der Umsetzung. Karriereristen und Intriganten wird man unter Autist*innen nicht finden, dafür aber Kolleg*innen mit einem hohen Qualitätsanspruch, der auch Nicht-Autist*innen „mitreißt“ und zu Höchstleistungen anspornt. Und: entgegen einem nach wie vor herrschenden Vorurteil haben viele Autist*innen einen feinen, subtilen Humor!

Über 70% der Mitarbeitenden bei auticon sind Autist*innen, sie sind nicht die Exoten, sondern bilden die Mehrheit und den Kern von auticon. Viele von ihnen sind stolz darauf, Autist*in zu sein – und die Nicht-Autist*innen sind stolz darauf, in diesem Umfeld zu arbeiten.

Viele unser Mitarbeitenden können sich ausdauernd auf Tätigkeiten konzentrieren, die Nicht-Autist*innen schnell ermüden, etwa stundenlang Zahlenkolonnen durcharbeiten und dabei auch kleinste Fehler und Abweichungen finden und korrigieren. Dazu kommt ihr hoher Anspruch an die Qualität ihrer Ergebnisse.

Autismus ist kein Systemfehler,
sondern ein anderes Betriebssystem.

Wie wir Unternehmen neurodivers machen
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