Brücken bauen im Arbeitsalltag: Was mir das NeuroPositive Ambassador Training gezeigt hat 

Collage aus Bild des Autors und Titelseite der Präsentation des Zertifizierungsprogramms für Neurodiversität

Meine Learnings aus auticons umfassendster Weiterbildung für Neurodiversität am Arbeitsplatz 

Es gibt Trainings, nach denen man mit vielen Folien rausgeht – und solche, nach denen man am Montag anders arbeitet. Das auticon Ambassador Program war für mich eindeutig Letzteres. 

Ich bin hingegangen, weil ich für den Alltag greifbare Ideen wollte, nicht nur Theorie. Genau das habe ich mitgenommen: praxisnahe Fallbeispiele, ehrlichen Austausch in der Gruppe und ein paar simple, aber starke Werkzeuge, die wirklich helfen. 

Defining the role of Ambassador

Was mich überzeugt hat 

  • Praktische Fallbeispiele 
    Wir haben echte Situationen durchgespielt: das Meeting, das aus dem Ruder läuft; die unklare Aufgabe, die niemand anfassen will; die Frage, wie man Unterstützung anbietet, ohne Druck zu machen. Das war nah dran an meinem Alltag – und hat sofort Klick gemacht
  • Perspektivwechsel in der Gruppe 
    Der Mix in der Runde war Gold wert: Menschen aus unterschiedlichen Teams, Funktionen und Erfahrungen. Plötzlich siehst du dieselbe Situation aus drei Blickwinkeln. Das hat mir geholfen, vorschnelle Annahmen loszulassen und bessere Fragen zu stellen. 
  • Mehr Sensibilität, weniger Annahmen 
    Ich höre heute bewusster hin: Was ist wirklich das Problem – Lärm, Tempo, Unklarheit? Und was ist nur meine Interpretation? Diese Sensibilität macht einen riesigen Unterschied, bevor man Lösungen baut. 
  • Werkzeuge, die man gern benutzt 
    Kein Tool-Feuerwerk, sondern ein kleiner, handlicher Werkzeugkasten: klare Agenda und Rollen, kurze Briefing-Vorlagen, ein schlanker Info-Hub mit Ressourcen, anonyme Mini-Umfragen für Feedback. Einfach genug, um dranzubleiben. 

Was ich seit dem Training verändert habe 

  • Info-Hub aufgesetzt 
    Eine kompakte interne Seite mit Antworten auf häufige Fragen, Links zu Barrierefreiheit und ein paar „Erste-Hilfe“-Tipps für Teams. Weniger Suchen, mehr Machen. 
  • Meetings entrümpelt 
    Agenda vorab, Rollen benannt, Akzeptanzkriterien schriftlich. Die Runden sind kürzer, klarer, entspannter – und Entscheidungen landen nicht mehr im Nachklang. 
  • Offene Sprechstunde gestartet 
    Ein 45-minütiges Q&A pro Monat für Fragen rund um Neurodiversität. Niedrigschwellig, vertraulich – und erstaunlich gut besucht. 
  • Besser gefragt als vermutet 
    Statt „Geht’s?“ frage ich jetzt: „Was würde dir die Arbeit diese Woche erleichtern?“ Die Antworten sind konkreter – und die Hilfe auch. 

Meine 4 Quick Wins für angehende Ambassadors 

  • Klein anfangen, schnell lernen 
    Ein Team, vier Wochen, ein kleines Format testen – dann anpassen. 
  • Klarheit sichtbar machen 
    Agenda, Rollen, Entscheidungswege konsequent aufschreiben. Das beruhigt alle. 
  • Neugier ermöglichen 
    Q&A statt Frontalvortrag. Niemand muss alles wissen – Fragen sind willkommen. 
  • Erfolge dokumentieren 
    Vorher/Nachher festhalten (Zeit, Qualität, Stimmung). Das überzeugt Skeptiker:innen. 

Mein Fazit 

Das Ambassador Program hat mir nicht nur Wissen gegeben, sondern Routinen, die funktionieren. Es hat mir gezeigt, wie wir Barrieren abbauen, ohne neue aufzubauen – mit Respekt, Klarheit und den richtigen Fragen zur richtigen Zeit. 

Wer mehr erfahren oder sich austauschen möchte: Die nächste länderübergreifende Staffel ist für Herbst 2026 geplant. Hier sind die Termine und Details zu den Sessions: 2-Pager-Ambassador.pdf

Gern vernetze ich mich, teile Vorlagen und Erfahrungen oder helfe beim Start in Ihrem Team. 

Autor: Sascha Schmid

Sascha Schmid ist Job Coach am auticon Deutschland-Standort München und einer unserer Experten für die Neurodiversity & Inclusion Services (NIS), mit denen auticon Unternehmen und Organisationen zu attraktiven und guten Arbeitgebern für neurodivergente Fachkräfte macht.

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